Silphie steckt voller Energie

Im Rahmen der in Deutschland beschlossenen Energiewende haben die Energiequellen vom Land eine bedeutsame Rolle eingenommen. Neben Windkraft und Photovoltaik ist Biomasse der wichtigste und vielseitigste erneuerbare Energieträger in Deutschland. Gas aus Biomasse ist speicherbar und somit flexibel einsetzbar. Den wichtigsten Anteil bei der Erzeugung von Biomasse hat deutschlandweit Mais. Durch den großflächigen Anbau von Mais zur energetischen Nutzung ist diese Pflanze aber auch in Verruf geraten.  Nicht so im Saarland. Hier spielt der Anbau von Energiepflanzen nur eine untergeordnete Rolle. Dabei beträgt der Anteil an Mais an der Gesamtackerfläche des Saarlandes Schätzungen zufolge nur ca. 3,5 %. Viele Landwirte, die Teile ihrer Betriebsflächen mit Pflanzen zur energetischen Nutzung anbauen, haben wegen der oft ungünstigen natürlichen Bedingungen andere Pflanzen wie Getreide oder Gras zur Energieerzeugung in Kultur.
Eine ganz besondere Pflanze, die jetzt gerade von einzelnen Landwirten im Saarland zur Biomassegewinnung angebaut wird, ist die „Durchwachsene Silphie“, wegen ihrer Wuchsform auch „Becherplanze“ genannt.  Diese zunächst aus Nordamerika und Kanada stammende Pflanze wurde in der ehemaligen DDR als Futterpflanze eingeführt. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die Pflanze wegen ihrer rauen und behaarten Blätter und Stängel von Rindvieh nicht sehr gerne gefressen wurde. Eine weitere Verbreitung fand nicht statt. Erst mit Beginn des Ausbaus der erneuerbaren Energien wurde die Silphie erst wieder interessant. Sie erreicht eine Wuchshöhe von über zwei Metern und kann durchaus mit Mais konkurrieren. Darüber hinaus bietet sie eine ganze Reihe von Vorteilen, die sich positiv auf den gesamten Naturhaushalt auswirken. Ist die Silphie erst einmal gepflanzt und angewachsen so kann sie über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren auf einem Acker verbleiben. Sie sorgt dafür, dass der Boden immer bedeckt ist und somit nicht abgeschwemmt werden kann. Mit Ausnahme des ersten Pflanzjahres benötigt sie auch keine weiteren Pflanzenschutzmaßnahmen mehr. Was die Düngung anbelangt, so gibt sie sich mit sehr viel weniger Nährstoffen zufrieden als der Mais.
Diese mutigen und innovativen Landwirte im Saarland haben den großen Aufwand, der beim Anpflanzen der Silphie entsteht, in Kauf genommen und im Jahr 2012 die ersten Äcker mit Silphie bebaut. Ca. 40.000 Pflanzen pro Hektar Fläche sind notwendig, um einen schönen dichten Bestand im Folgejahr zu erreichen. Dabei müssen die Pflanzen alle einzeln in die Hand genommen werden und mit einer speziellen Setzmaschine in den Boden gebracht werden.
Für den Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer ist die Silphie eine wahre Augenweide. Ab Anfang Juli beginnt die Pflanze Blüten auszubilden. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und hat ein ähnliches Erscheinungsbild als Sonnenblumen. Die Blütezeit beträgt ca. 6 Wochen.

 

2013 08 16 Silphie steckt voller Energie gross

Saarbrücker Zeitung vom 16.8.2013

 

2013 09 12 Silphie und Bienen

Saarbrücker Zeitung vom 12.9.2013

  

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